Im Vordergrund ein Fahrrad, im Hintergrund die Kieler Förde.

Grundsatzentscheidung zum Meeresvisualisierungszentrum erst bei stabilem städtischen Haushalt treffen

Der Zeitpunkt der Grundsatzentscheidung über die Realisierung des Meeresvisualisierungszentrums (MVZ) wird flexibel angepasst, so dass die Grundsatzentscheidung erst dann getroffen wird, wenn der Haushalt der Landeshauptstadt Kiel mindestens zwei Jahre in Folge ausgeglichen war und die Haushaltslage damit stabilisiert ist.

Begründung

Im Artikel „Bekommt Kiel ein Meeresvisualisierungszentrum? Neuer OB Yilmaz dämpft die Erwartungen“ (€) der Kieler Nachrichten vom 29. April 2026 wird Oberbürgermeister Dr. Samet Yılmaz mit dem Satz „Wenn ganz viel Geld da ist, kann die Kiellinie ein Ort für das Meeresvisualisierungszentrum sein“. Er mahnt in dem Artikel an, dass Kiel „kleinere Brötchen backen“ müsse und stellt angesichts der prognostizieren Kosten von 77 Millionen Euro klar, dass die Übernahme des Geomar-Gebäudes samt des Aquariums nicht bedeute, dass das MVZ tatsächlich realisiert werde.

Mit diesen Aussagen zeigt der neue Oberbürgermeister finanzpolitisches Verantwortungsbewusstsein, dass die Ratsversammlung sich zu eigen machen sollte.

Das MVZ könnte möglicherweise für Kiel eine wertvolle Bereicherung sein, aber trotzdem bleibt es ein „Nice-to-have“-Projekt und keine zwingende Notwendigkeit wie Schulsanierungen und Ähnliches. Angesichts der derzeitigen Haushaltslage wäre es tatsächlich verantwortungslos, die Umsetzung eines solchen Projektes in Angriff zu nehmen.

Daher ist es sinnvoll, die Grundsatzentscheidung über die Realisierung des MVZ nicht, wie derzeit geplant, fix im Jahr 2027 zu treffen, sondern erst dann, wenn die finanzielle Situation der Landeshauptstadt Kiel sich, belegt durch einen über mehr als einzelnes Jahr ausgeglichenen Haushalt, stabilisiert hat.

Vorgang im Infosystem Kommunalpolitik:
Antrag der Ratsfraktion DIE LINKE / DIE PARTEI – 0535/2026

Status: Entscheidung in der Sitzung der Ratsversammlung am 21. Mai 2026.