Wohnhäuser mit Balkonen am Vinetaplatz in Kiel-Gaarden.

Soziale Hilfen anstatt Verdrängung!

Zur aktuellen Lage nach der gewaltsamen Verdrängung der Drogenszene in Kiel-Gaarden erklärt Fraktionsvorsitzender Björn Thoroe:

„Verdrängung ist keine Lösung und wird dies auch nicht in der Zukunft sein! Durch diese Aktion ist die Situation weder für die Anwohner*innen noch die Ordnungskräfte oder die Mitglieder der Drogenszene besser geworden. Stattdessen sind jetzt neue Angsträume für die Anwohner*innen entstanden, die weniger zentral und offen liegen und so für Ordnungskräfte unübersichtlicher und schwerer kontrollierbar sind. Und auch aufsuchende Sozialarbeit wird dadurch deutlich erschwert. Ich bin erschrocken, wie der neue Oberbürgermeister Samet Yılmaz hier gleich in den ersten Tagen seiner Amtszeit vorgeht. Die Menschen in Gaarden brauchen Unterstützung und nicht den Vorschlaghammer!“

Ove Schröter, stellvertretender Fraktionsvorsitzender ergänzt:

„Einmal mehr wird deutlich, dass Repression und Verdrängung keine Probleme lösen, sondern nur neue und zusätzliche schaffen kann. Außerdem zeigt sich einmal mehr, wie dringend wir, zusätzlich zu den bestehenden Angeboten, einen Drogenkonsumraum auch am Ostufer brauchen. Ein solches Angebot könnte die Situation tatsächlich für alle Beteiligten entspannen, sowohl für die Mitglieder der Drogenszene als auch die Anwohner*innen, die Ordnungskräfte und die Sozialarbeit. Umso mehr die Crack-Abhängigkeit und die damit verbundenen Problematiken steigen, umso größer wird auch der Bedarf für einen Drogenkonsumraum und andere soziale Angebote. Mit der alten Röntgenklinik direkt am Karlstal hätten wir eine perfekte Immobilie für einen Kontaktladen mit Drogenkonsumraum. Ich hoffe, dass der neue OB den Kurs in der Drogen- und Sozialpolitik jetzt ganz schnell ändert und mit zielführenden Hilfsangeboten für eine echte Entlastung sorgt, statt weiter nur eine Verlagerung der Probleme durch Verdrängung zu bewirken!“