Ein „Jahrmarkt“ für Kiel
Die Verwaltung wird beauftragt eine Studie für ein Konzept eines ganzjährigen Vergnügungsparks („Jahrmarkt“) zu erstellen und mögliche Standorte in der Landeshauptstadt Kiel zu erkunden. Hierbei soll das Gebiet um das Holstein-Stadion priorisiert behandelt werden.
In der Studie werden folgende Aspekte untersucht:
- zu Erwartende Auswirkungen auf den Tourismus,
- Entwicklung des Marketingwerts der Stadt,
- finanzielle Auswirkungen auf den Haushalt der Stadt (kurz- mittel- und langfristig),
- Auswirkungen für, bzw. mögliche Einbindungen von ansässigen Schausteller*innenunternehmen,
- Minimierung von möglichen negativen Auswirkungen für in entsprechenden Stadtteilen wohnenden Bürger*innen.
Der Klimaschutz ist hierbei ebenso zu berücksichtigen wie eine angestrebte Mobilitätswende. Eine mögliche Einbindung der Stadtbahn ist zu beachten.
Die Verwaltung wird gebeten bis zur Augustsitzung 2026 der Ratsversammlung eine GM über die zu erwartenden Kosten der Studie vorzulegen, damit diese ggf. in dem kommenden Haushaltsplan eingestellt werden kann.
Begründung
Die Tourismusbranche kann, gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, ein wichtiges Standbein für die finanzielle Absicherung einer Stadt sein. Unter diesem Aspekt wird nicht zu Unrecht beispielsweise eine Steigerung des Kreuzfahrttourismus immer wieder positiv zur Kenntnis genommen. Auch andere Projekte werden mit dem Sinnen nach touristischer Attraktivitätssteigerung angestrebt. Aber auch mit kleineren Dingen wird erfolgreich versucht Kiel locker, fröhlich und lebensbejahend darzustellen. So beispielsweise mit den Buchstabenaufstellern „Kiel“, „Moin“ und „Ahoi“ oder auch dem Riesenrad am Hauptbahnhof. Um allerdings auf dem Tourismusmarkt nicht abgehängt zu werden, gilt es sich als Stadt permanent zu hinterfragen und neu aufzustellen. Hierbei kann die Stadt Kiel sich auch an Kopenhagen mit dem Tivoli, Wien mit dem Prater oder dem Brighton Pier in selbiger Stadt orientieren. Auch wenn diese Parks in der Regel historisch gewachsen sind, welches im Falle Kiels nicht vorliegen würde, so befindet Kiel sich momentan in einer Zeit des Umbruchs und Neustrukturierung, also an einem Punkt, der ideal für eine Neuentstehung ist.
Mit einem in die Stadt eingebundenen „Jahrmarkt“ hat Kiel wohl bundesweit ein touristisches Alleinstellungsmerkmal.
Eine Angliederung an das Areal des Holstein-Stadions kann hierbei nicht nur eine Verbundenheit der Stadt mit dem Verein zeigen, sondern zudem für eine besondere Stadionatmosphäre sorgen (vgl. Millerntor/Hamburger Dom). Spieltagsbesucher*innen könnten zusätzliche Parkbesucher*innen werden und durch ggf. zusätzliche Veranstaltungen könnte dieses positive finanzielle Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit des Stadions, unabhängig der Ligazugehörigkeit des Vereins, haben. Auch das zu erwartende Parkhaus könnte zur mobilitätsentlastenden Strukturierung beitragen.
Vorgang im Infosystem Kommunalpolitik:
Antrag der Ratsfraktion DIE LINKE / DIE PARTEI – 0657/2026
Status: Von der Ratsversammlung am 19. Februar 2026 zur Entscheidung an den Ausschuss für Wirtschaft und Digitalisierung (01.07.2026) verwiesen.
