Sicht auf das Westufer der Kieler Innenförde bei Nacht.

Die Kooperation bringt ihre Schäfchen ins Trockene

Zu den heute veröffentlichten Besetzungsvorschlägen der Kooperation für das Finanz- und Personaldezernat sowie das Bildungs- und Kulturdezernat erklärt der Fraktionsvorsitzende der Fraktion DIE LINKE/Die PARTEI, Björn Thoroe:

„Die beruflichen Erfahrungen der bisherigen Fraktionsvorsitzenden der SPD, Dr. Christina Schubert, befähigen sie in unseren Augen nicht für eine Position in der Verwaltungsspitze. Ähnlich hätte es sicherlich auch die für den Bewerbungsprozess beauftragte Personalagentur gesehen. Daher ist es nur folgerichtig, dass sich Christina Schubert als Lehrerin ohne Führungserfahrung diesem Auswahlprozess nicht gestellt hat. Nach der verlorenen Bundestagswahl hat die SPD-Fraktion nun den nächstbesten lukrativen Posten für ihre Fraktionsvorsitzende reserviert. Das ist eine Versorgungsmentalität, die die Menschen und die Verwaltung in Kiel nicht verdient haben.“

Der berufliche Werdegang von Dr. Christina Schubert ist kein Nachweis für Expertise in der Organisation und Koordination der Kieler Bildungs- und Kulturlandschaft sowie der Kinder- und Jugendeinrichtungen oder für ausgeprägte Kompetenzen im Bereich der Personalführung. Die Fraktion DIE LINKE/Die PARTEI hat eine Kleine Anfrage eingereicht, wie hoch die Kosten für die für den Bewerbungsprozess ausgewählte Personalagentur für die Stadt Kiel ausgefallen sind, deren Vorschläge nicht berücksichtigt wurden.

Ratsmitglied Ove Schröter erklärt: „Ich halte es in der heutigen Zeit für nicht angemessen der Kooperation Vetternwirtschaft vorzuwerfen, allerdings ist Basenwirtschaft auch nur maximal eine Nuance besser.“

Zum Kandidaten der Grünen, Sascha Thümmler, für das Finanz- und Personaldezernat führt Ratsmitglied Ayşe Fehimli aus: „Wir freuen uns über neuen Input und sind gespannt, ob hier Kompetenzen oder ausschließlich das Grüne Parteibuch für die Nominierung ausschlaggebend war. Wir werden ihn in unsere Fraktionssitzung einladen, um sich vorzustellen.“

Insgesamt wäre nach Ansicht der Ratsfraktion DIE LINKE/Die PARTEI bei der Besetzung der Dezernatsstellen eine frühere und vor allem ehrlichere Beteiligung der demokratischen Opposition wünschenswert gewesen. In diesem Fall wurde die Opposition nur mit einbezogen, indem ihr die bereits ausgewählten finalen Kandidat*innen der Kooperation mitgeteilt wurden. Ein Einfluss auf die Auswahl wurde ihr nicht eingeräumt. Aber da die bisherige Wahlperiode vor allem durch ständige Misskommunikation und interne Streitereien zwischen SPD und Grünen geprägt war, wäre eine echte demokratische Einbeziehung der Opposition wohl eine massive Überforderung für die wackelige Kooperation gewesen.