Keine kommunale Unterstützung der FIFA-Fußball-WM 2026
Die Ratsversammlung der Landeshauptstadt Kiel distanziert sich von der Austragung der FIFA- Fußball- WM 2026 in den USA. Sie unterstützt Überlegungen, Diskussionen und Veranstaltungen, die sich mit dem Thema des Boykotts dieser WM befassen.
Öffentliche Übertragungen der Fußball-WM 2026 wird die Stadt Kiel nicht unterstützen. Die Eigenbetriebe werden gebeten, nicht im Umfeld der WM und bei Übertragungen als Sponsoren aktiv zu werden.
Begründung
Die FIFA-WM 2026 wurde im Jahr 2018 primär an die USA (76 Spiele) und die Co- Veranstalter Kanada (13 Spiele) und Mexiko (13 Spiele) vergeben. Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht abzusehen, welche politischen Entwicklungen in den USA stattfinden würden.
Seit 2024 ist Donald Trump in den USA als amtierender Präsident im Amt. Seit seinem Amtsantritt ist der versuchte Umbau von einem demokratischen in ein autokratisches System immer wieder und dauerhaft zu beobachten. Angriffe auf bestehende politische und demokratische Strukturen sowie auf die Freiheit von Wissenschaft, Kultur und Medien sind in der Ägide Trump mittlerweile an der Tagesordnung.
Das Vorgehen gegen Einwanderer*innen, hier explizit der Einsatz von ICE oder die Abschiebung und Inhaftierung in El Salvador, widerspricht den Menschenrechten und hatte Todesopfer zur Folge. Das Auswärtige Amt passte im Januar 2026 seine Reise- und Sicherheitshinweise für die USA an. Angesichts der gewaltsamen Einsätze von Beamten der US-Einwanderungsbehörde ICE rät die Bundesregierung, Menschenansammlungen weiträumig zu meiden, in deren Umfeld es zu Gewalt kommen könnte.
Die US- Militäroperation mit Angriffen auf militärische und zivile Ziele in Venezuela am 03.01.2026 mit dem Ziel der Entführung von Präsident Nicolás Maduro und seiner Frau war, unabhängig der Person, völkerrechtswidrig. Der Motivation war, wie Donald Trump es betonte, der Sicherung von Öl. Hier sei auf den Boykott der Olympischen Spiele 1980 in Moskau hingewiesen, der mit dem Einmarsch der UdSSR in Afghanistan begründet wurde.
Auch Drohungen, so zur Einnahme Grönlands, zur Annektierung des Co-Gastgebers Kanada, gegen verbündete NATO- Staaten sind seitens der US- Regierung seit Trumps Amtsübernahme permanentes Verhalten.
Nichtunterstützung des US- amerikanischen Vorgehens seitens anderer Staaten wird diesen gegenüber mit Strafzöllen „geahndet“.
Auch wenn ein verständliches Argument gegen ein Boykott ist, dass Sport nicht instrumentalisiert werden sollte, so ist gerade bei der Vergabe der Fußball- WM durch die FIFA zu beobachten, dass hier einzig finanzielle Gründe ausschlaggebend sind. Geopolitische oder Aspekte der Menschenrechte werden gar nicht oder kaum berücksichtigt. So kam es 2018 zur Vergabe an Russland, 2022 an Katar. Im Februar 2026 vollführte die FIFA, vertreten durch Giovanni Infantino, einen weiteren Kotau mit der Überreichung des erfundenen „Fifa Peace Prize“ an Donald Trump.
Die Landeshauptstadt Kiel steht für Menschenrechte, Vielfalt und Demokratie und hat den immer wieder betonten Ansatz, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten hierfür einzusetzen. Hier durch Nichtunterstützung der FIFA- Veranstaltung und einer Bühne für kritische Auseinandersetzung zu diesem Thema zu gewährleisten ist eine Möglichkeit.
Vorgang im Infosystem Kommunalpolitik:
Antrag der Ratsfraktion DIE LINKE / DIE PARTEI – 0667/2026
Status: Entscheidung in der Sitzung der Ratsversammlung am 19. Februar 2026.
