Bauarbeiter auf einem Gerüst vor einem im Bau befindlichem Wohngebäude.

Kiel braucht bezahlbaren Wohnraum – Her mit der KiWoG-Quote!

Zur heutigen Sitzung der Ratsversammlung erklärt Ratsmitglied Ayşe Fehimli, Ratsfraktion DIE LINKE/Die PARTEI:

„Alle, die in den letzten Monaten oder Jahren mit einem mittleren Einkommen versucht haben, in der Landeshauptstadt eine Wohnung zu finden, wissen, dass in Kiel ein Mieten-Notstand herrscht. Die Politik in Kiel muss sich endlich ernsthaft bemühen, dem grassierenden Wohnungsnotstand in Kiel etwas entgegenzusetzen.

Während in Kiel im Verlauf der vergangenen etwa zwanzig Jahren die Mieten immer weiter gestiegen sind und die Wohnungsnot immer gravierendere Auswüchse angenommen hat, ließen sich verschiedene Phasen der Untätigkeit der Kieler Politik beobachten:

Zuerst wurde so getan, als wenn es das Problem schlicht nicht gäbe, dann wurde daraufgesetzt, dass private Investoren aus lauter Menschenfreundlichkeit schon von selbst für mehr günstigem Wohnraum sorgen würden und zuletzt wurde das Land vorgeschoben, dass Sozialwohnungsbau nicht ausreichend finanziert und Kiel zu wenig eigenen finanziellen Spielraum.“

Ratsmitglied Björn Thoroe, Vorsitzender der Ratsfraktion, bekräftigt:

„Allein durch Hoffen und Jammern lösen wir das Problem der Wohnungskrise nicht! Schon vor Jahren haben wir eine Sozialwohnungsquote von 30 Prozent bei Neubauprojekten beschlossen. Die müssen wir nun endlich mal umsetzen! Kiel hat inzwischen immerhin wieder eine eigene Wohnungsgesellschaft. Und wenn das Land nicht genügend Mittel für Sozialwohnungsbau bereitstellt, dann müssen wir die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum über die KiWoG eben selbst in die Hand nehmen!

Wenn das Land nicht liefert und wir die Sozialwohnungsquote nicht erfüllen können, dann brauchen wir dringend eine KiWoG-Quote. Die Situation ist dramatisch, erst recht, wenn uns die Bundeswehr jetzt auch noch dringend benötigte Flächen wegnimmt. Da brauchen wir einfach ein bisschen mehr Mut als bisher!“